Spinat-Gorgonzola-Pasta mit bunten Pfefferkörnern

Spinat-Gorgonzola-Pasta mit bunten Pfefferkörnern

Ich probiere gern alltagstaugliche vegetarische Rezepte aus, die sich schnell und simpel zubereiten lassen. Diese Strickli-Pasta mit Spinatblättern, Zwiebel, Gorgonzola und bunten Pfefferkörnern schmeckt köstlich und macht vor allem satt. Gelungen! Hier kommt das Rezept.

Zutaten (für 4 Portionen)

500 g Pasta (z.B. Strickli) | 250 ml Gemüsebrühe | 400 g Blattspinat (TK) | 130 g Gorgonzola | 1 rote Zwiebel | 200 g Sojacreme | Salz | Pfeffer | Muskatnuss | 3 TL bunte Pfefferkörner | 4 EL frischer Parmesan

Zubereitung

Pasta in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsanleitung bissfest garen.

Gemüsebrühe im Topf aufkochen und Spinat hineingeben. Zugedeckt bei mittlerer Hitze köcheln, bis der Spinat aufgetaut ist. Gelegentlich umrühren. Zwischendurch Zwiebel schälen, klein schneiden, in einer kleinen Extra-Pfanne anbraten und zum Spinat geben. Gorgonzola würfeln und ebenfalls zum Spinat geben. Den Gorgonzola schmelzen lassen. Nun Sojacreme einrühren. Das Ganze salzen, pfeffern und mit Muskat würzen.

Im nächsten Schritt die Pasta abgießen und kurz kalt abschrecken. Pasta auf Teller verteilen und die Spinat-Gorgonzola-Zwiebel-Soße darübergeben. Mit bunten Pfefferkörnern und frisch geriebenem Parmesan bestreuen.

alkoholfreier Drink: Rosen-Pfirsich-Mocktail

alkoholfreier Drink: Rosen-Pfirsich-Mocktail

Heute möchte ich euch einen erfrischenden Sommerdrink vorstellen. Dabei habe ich weißen Pfirsichsaft (mind. 50 % Fruchtgehalt) mit Rosen-Sirup, Sprudelwasser und Eiswürfeln gemischt. Das Rezept geht superfix und schmeckt eiskalt sehr gut. Probiert es selbst aus!

Zutaten (für 1 Glas)

20 ml Rosen-Sirup (z.B. von Monin) | 50 ml weißer Pfirsichsaft | 125 ml Sprudelwasser | 4 Eiswürfel

Zubereitung

Ein Longdrink-Glas oder ein anderes hohes Glas nehmen und Rosen-Sirup sowie Eiswürfel hineingeben. Mit Pfirsichsaft und Sprudelwasser aufgießen. Einmal gründlich umrühren und genießen.

Minette Walters „Die Schandmaske“

Minette Walters „Die Schandmaske“

Vor Kurzem habe ich eine neue Arbeitsstelle gefunden, zu der ich im ersten Monat mehr als 5 1/2 Stunden pro Tag pendeln muss. Das ist sehr anstrengend und so bleibt mir unter der Woche vom Tage nicht viel übrig. Anfang Oktober folgt dann der lang ersehnte Umzug und mein Arbeitsweg wird bedeutend kürzer sein. Darauf freue ich mich schon sehr. Bis es aber soweit ist, vertreibe ich mir die vielen Stunden im Zug mit Lesen. Zuletzt fiel mir in einem öffentlichen Bücherregal „Die Schandmaske“ von Minette Walters in die Hände. Ich bin ein großer Fan der britischen Krimi-Autorin und habe bereits öfter Romane („Der Schrei des Hahns“, „Im Eishaus“) von ihr gelesen. Heute kommt meine persönliche Rezension zum Werk „Die Schandmaske“.

 

Einband

Als Mathilda Gillespie im Badezimmer ihres Landsitzes im kleinen, englischen Ort Fontwell gefunden wird, ist sie bereits zwei Tage tot. Ihrer Ärztin Sarah Blakeney bietet sich ein grauenhafter Anblick, denn über Mathildas Kopf ist ein rostiger Metallkäfig gestülpt – eine mittelalterliche Schandmaske, die auch noch mit einem grotesken Blumenschmuck versehen ist. Die Polizei und die Familie vermuten einen Selbstmord hinter diesem bizarren Tod, doch als sich herausstellt, dass Mathilda ihre Ärztin zur Alleinerbin bestimmt hat, gerät Sarah unter schweren Mordverdacht. Ein Schlüssel zur geheimnisumwitternden Vergangenheit dieser von vielen gehassten Frau könnte ihr Tagebuch sein. Doch Mathildas höchst private Bekenntnisse sind spurlos verschwunden …

„Geballte Spannung!“ (Frankfurter Rundschau)

Ausgezeichnet mit dem Golden Dagger als bester Kriminalroman des Jahres.

Verlag Deutsche Ausgabe: Der Goldmann Verlag, München, 1996 | Seitenzahl: 409 | Originaltitel: The Scold’s Bridle

 

Meinung

Der Roman beginnt direkt mit der Schilderung vom Todesanblick Mathilda Gillespies. Eine alte Dame, die mit aufgeschnittenen Pulsadern steif und kalt gefroren in ihrer eigenen Badewanne im Cedar House liegt. Auf ihrem Kopf trägt sie ein rostiges Gestell – eine Schandmaske aus dem Mittelalter, mit der zänkische Frauen einst zum Schweigen gebracht wurden. Das Groteske sind die Brennnesseln und blühenden Maßliebchen, die daran angebracht sind. In der Gebissstange hängt die tote, schlaffe Zunge. Obwohl Gerichtsmediziner Dr. Cameron es zunächst als Selbstmord deklariert, glaubt der Polizeibeamte Seargant Cooper an einen Mord. Am Unfall- oder auch Tatort zugegen ist auch Mathildas Ärztin Sarah Blakeney, die sich mit der alten Dame gut verstand, ihr monatlich einen medizinischen Besuch abstattete und nun von den grauenhaften Umständen schockiert ist. Mathilda Gillespie hinterlässt eine Tochter namens Joanna, die in London lebt sowie eine Enkelin namens Ruth, die ein privates Internat besucht. Wie sich herausstellt, war die betagte Dame im Dorf sehr unbeliebt und galt als äußerst unfreundlich, bösartig und geizig. Sie besaß viel Geld, woraufhin sich das Motiv zunächst konzentriert. Jedoch taucht wenig später eine Videobotschaft auf, welche Mathilda zwei Tage vor ihrem Tod aufzeichnete und ihrem Anwalt hinterließ. Sie überarbeitete heimlich und spontan ihr Testament, was alle zuvor getroffenen Entscheidungen außer Kraft setzt. Es scheint, als ob sie wusste, dass sie bald sterben würde. Im Video bekundet sie, dass sie weder ihrer von Drogenexzessen und Prostitution gezeichneten Tochter, noch ihrer stehlenden Enkelin etwas von dem Geld überlassen wolle. Stattdessen solle ihre Ärztin Sarah alles erben. Das erregt natürlich alle Gemüter. Welche Verbindung gab es zwischen Mathilda und Sarah? Und plötzlich steht Mathildas Ärztin unter Mordverdacht. Zwischen Sarah und Joanna entwickelt sich eine sehr schwierige Beziehung, die von Neid und Missgunst auf Joannas Seite geprägt ist. Im Dorf zerfetzt man sich indessen die Mäuler über die Beteiligten, woraufhin Sarah einen Großteil ihrer Patienten verliert und ihre Praxis häufig leer bleibt. Und auch zwischen Sarah und ihrem Mann Jack kriselt es gewaltig. Er ist brotloser Künstler und gilt als untreu. Als Sarah ihn im Streit aus dem Haus wirft, zieht dieser kurzerhand bei Joanna ein, was die ganze Geschichte in einem noch merkwürdigeren Licht dastehen lässt. Jacks Bilder sind immer wieder Thema im Roman. Er malt seine Modelle nicht so, wie sie wirklich aussehen, sondern genauso, wie er sie sieht und einschätzt. Dabei stehen seine verwendeten Farben für Charaktereigenschaften (z.B. rot für Zynismus, grün für Anstand und Ehrgefühl, braun für Verzweiflung, blau und grau für Grausamkeit). Und obwohl Jack bisher nur ein Bild verkauft hat, glaubt Sarah an ihn und sein Talent. Sie findet ein Bild in seinem Atelier, auf dem er Mathilda nackt und mit Schandmaske gemalt hat. Und auch Joanna steht ihm später noch Modell. Im Verlauf der Handlung stehen immer wieder Joanna und ihre Tochter Ruth sowie Sarah und ihr Mann Jack im Visier der Ermittler, weil sie in deren Augen allesamt ein Mordmotiv hätten.

Der Roman hat an zahlreichen Stellen Bezüge zu den Werken von William Shakespeare. Mathilda Gillespie war ein großer Fan des Lyrikers und lernte allerlei Zitate aus den Stücken auswendig. Immer wieder werden Parallelen zu den Tragödien „Othello“ oder „König Lear“ deutlich. So finden auch Gespräche zwischen Seargant Cooper und Jack statt, in denen Cooper die Zusammenhänge zu verstehen versucht, die Jack längst begriffen hat. Der Polizist liest sogar in seiner wenigen Freizeit Shakespeare, um den Fall zu lösen. Mathilda schien ihr Leben und die Vorgänge darin allegorisch mit einigen Geschichten und Handlungen von Shakespeares Stücken zu vergleichen.

Die Themen, die in Walters‘ Roman zutage kommen, sind sehr düster und teilweise auch grausam. So behandelt der Roman Missbrauch, Vergewaltigung, Inzucht, Schwangerschaft, Geldgier, Lügen, Verrat und gegenseitige Erpressung. Es gelingt der Autorin wieder einmal aufzuzeigen, was traumatische Erlebnisse mit einem Menschen anstellen. Wie man vom unschuldigen Opfer über Wesensveränderungen auch zum Täter werden kann.

In der späteren Handlung taucht auch Mathildas Ehemann James auf, der inzwischen mittellos und alkoholabhängig ist. Ebenso gesellen sich weitere Figuren um die alte Dame in den Vordergrund, die eine teilweise geheime Vergangenheit mit Mathilda verbindet. Sarahs Praxisschwester Jane Marriott und deren Mann Paul Marriott scheinen etwas zu wissen. Violet und Duncan Orloff, die direkt neben Mathilda wohnen und durch die dünnen Wände viele Gespräche aus dem Cedar House mitbekamen, machen sich ebenfalls verdächtig.

Zwischen den einzelnen Kapiteln schob Minette Walters Auszüge aus den Tagebüchern von Mathilda Gillespie ein, die mir als Leser anfangs eher zusammenhangslos und später zunehmend spannend erschienen.

Im gesamten Werk wird Walters‘ außergewöhnliche schriftstellerische Fähigkeit deutlich, familiäre Abgründe zu schildern. Ihre Charaktere strotzen nur so vor negativen Eigenschaften und gestörten Beziehungen. Zuvor hatte ich ihre Bücher „Der Schrei des Hahns“ und „Im Eishaus“ gelesen, die mich gleichermaßen gefesselt und erschüttert haben. Auch „Die Schandmaske“ ist psychologisch gut durchdacht und zeigt menschliche Wesenszüge auf, die beängstigend und traumatisierend sind. Manchmal habe ich beim Lesen sehr viel Mitleid mit einigen Figuren empfunden, an wieder anderen Stellen erschütterte mich der Hass und die fehlende Liebe zwischen einigen Familienmitgliedern aus dem Hause Gillespie.

Ich habe das ganze Buch über mitgefiebert und finde die Handlung sehr spannend erzählt. Es ist immer wieder faszinierend in Minette Walters‘ Welt kranker, zerrütteter Familien mit schlechten Charaktereigenschaften einzutauchen. Im Buch ist auffällig, dass die Polizei sehr lange im Dunkeln tappt und die Aufklärung zu stocken scheint. Nur durch einen entscheidenden Hinweis von Jack, der die ganze Sache durchschaut hat, wird die finale Lösung eingeleitet. Das erschien mir als Leser ein bisschen zu plötzlich, wenn man bedenkt, wie zäh sich bis dato alles hinzog. Trotzdem ist es alles in allem ein Kriminalroman ganz nach meinem Geschmack. Ich werde auch in Zukunft noch ein paar Bücher von Minette Walters verschlingen!