Ile de Beauté: Ajaccio (Korsika)

Ile de Beauté: Ajaccio (Korsika)

In diesen Tagen ist nicht an Urlaub zu denken, weil das Corona-Virus erstmal alle Reise-Träume zerstört hat. Umso wichtiger ist es, optimistisch zu bleiben, denn es wird eine Zeit danach geben. Die aktuelle Zeit der Zurückhaltung und des Verzichts will ich nutzen, um auf meinem Blog über meine kleinen Reise-Abenteuer zu berichten, die ich während meiner Zeit auf See erlebt habe und die es bisher nicht hierher geschafft haben. Quasi eine kleine digitale Zeitreise als Anregung für neue Pläne, heute Teil 1.

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Meine erste Wahl fällt auf die französische Mittelmeerinsel Korsika, deren Hauptstadt Ajaccio ich einen Sommer lang besuchen durfte. Das Arbeitsleben an Bord ist hart und dennoch blieb hin und wieder etwas Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Einfach rausgehen, das Crew-Namensschild hinter sich lassen und für einen kurzen Moment den Kopf frei kriegen. Als Redakteurin bin ich die erste Saison von AIDAperla mitgefahren inklusive ihrer Taufe.

AIDAperla im Hafen von Ajaccio am Liegeplatz „Mole Croisiere“.

Ajaccio ist ein traumhaftes Fleckchen Erde, das wie im Bilderbuch aussieht. Es ist ein Ort, an den ich auch privat reisen würde, denn er verzaubert durch türkisblaues Wasser, Sandstrände, Sonne satt, warme Temperaturen, grandioses mediterranes Essen (viel frischer Fisch und hervorragender Wein), eine pittoreske Altstadt und ein besonderes Lebensgefühl, das ich so bisher nur aus Italien kannte. Es folgen ein paar hübsche Schnappschüsse von unvergesslichen Erlebnissen.

By the way: Wer durch ein weiteres Highlight auf Korsika stöbern möchte, der schaut sich gern auch meinen Beitrag zu Propriano an.

In Ajaccios Hafennähe befindet sich der Platz Place Foch, an dessen Westseite eine Napoléonstatue sowie vier Löwen um eine Fontäne stehen (Statue de Napoléon Empereur Romain et Fontaine des 4 lions). Von hier aus gehen sämtliche kleine Gassen ab, die allerlei Geschäfte, Supermärkte und Speiselokale beherbergen. Es ist auch ein tolles Fotomotiv, gesäumt von Palmen und charmanten Gebäuden.

Die Stadt lässt sich bequem zu Fuß ablaufen. An der Küstenlinie führt eine Promenade für Fußgänger entlang mit Blick auf die See. Am Ende thront ein Riesenrad direkt am Strand.

Klopf klopf! Diese schicken Handknäufe an den Türen der Wohnhäuser erinnerten mich sehr an Spanien, wo solche Verzierungen ebenfalls häufig zu finden sind.

Der Hafen von Ajaccio (Blick von den oberen Decks des Schiffes). Und ich mit einer Babypalme abgelichtet beim Spazierengehen. Sehr niedlich sind diese kleinen Bäumchen an der Uferpromenade aufgereiht.

Eine traumhafte Kulisse. Das Wasser hatte übrigens eine sehr angenehme Temperatur im Juli. Also nix wie rein! Am besten man hat seine Badesachen immer dabei oder bereits drunter (so wie ich)!

Die Kaffeehaus-Kultur ist weit verbreitet auf Korsika und wem gelüstet es an einem späten Nachmittag nicht nach einem aufmunternden Kaffee. Im Café de Flor (Brasserie, Salon de Thé, Bar) gab es erstmal eine verdiente Stärkung.

Das untere Bild blickt auf die katholische Kirche Eglise du Sacré-Cœur.

Ich bin ein Fan von ästhetischer Architektur und könnte manchmal stundenlang um alte Gebäude und Gemäuer schleichen und sie anhimmeln. Besonders die restaurierten, historischen Gebäude in den Mittelmeerhäfen gefallen mir sehr gut. In Ajaccio findet man zahlreiche Villen, Kirchen und Paläste und alles ist noch immer von der einstigen Anwesenheit Napoléons geprägt.

Mode corse mit Sonnenhut, guter Laune und einem Glas Wein. Allzu oft sucht man in der Mittagsglut Unterschlupf im relativ kühlen Häuserschatten. Gelegenheiten dazu bietet Ajaccio genug.

Das orange Gebäude zeigt die katholische Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption, die an der Nordseite der Rue Forcioli Conti liegt und unter Einheimischen auch als La Madonuccia bekannt ist.

Typisch mediterran: Orangenbäume und Palmen soweit das Auge schaut. Herrlich!

Blick auf einen Teil der Zitadelle von Ajaccio mit Möwen-Detail. Sie ist südlich vor der Altstadt gelegen mit Blick auf das Mittelmeer und einst unter genuesischer Herrschaft ab 1492 errichtet worden. Ein Wechsel zwischen italienischer und französischer Herrschaft prägte den Bau. Heute gehört die Befestigungsanlage der Stadt von Ajaccio.

Unmittelbar in Hafennähe war ein kleiner korsischer Markt auf dem Place du Marché, der mehrere Tage pro Woche geöffnet ist. Die dortigen Speisen ließen einem schon beim bloßen Anblick das Wasser im Mund zusammenlaufen: Oliven in allen Facetten (mit Kräutern, Zitrone, Knobi oder Mandeln), Brot, Salzzitronen, Kapern, Lupinen, Käse, getrocknete Feigen und Datteln, Pistazien, Walnüsse, Rosinen, Gewürze, Honig und Olivenöl.

Auch Pancetta, Speck oder die korsischen Fleischspezialitäten wie Lonza (Schweinswurst über Kastanienholz geräuchert), Coppa (leicht geräucherte Schweinswurst mit Rotwein und Knobi) oder Figatellu (geräucherte dünne, lange Schweinswurst) sahen schmackhaft aus und konnten probiert werden.

Beim Markt beginnt die Altstadt, die sich in schmalen Gassen den Hang hochzieht, vorbei an zig Souvenirläden, Cafés, Eisdielen, Bars, Restaurants und Supermärkten.

Die perfekte Auszeit. Erfrischende Speisen vom Markt und aus dem Supermarkt und dann ab an den traumhaften Strand zum Picknick. Und vorher gab es noch eine kleine Erfrischung im kühlen Nass mit atemberaubender Kulisse. Man kann es schlechter treffen.

Überall kristallklares Wasser und eine friedliche See. Ein Traum, der zum Plantschen einlädt.

Corsican Lifestyle. Die Umgebung bietet unzählige Fotomotive. Bei der brütenden Sonne empfiehlt sich eine Kopfbedeckung. Kleidung brauchte es bei dieser Hitze nicht sehr viel. Achtung: Sonnenschutz nicht vergessen, sonst folgt die Strafe direkt im Anschluss.

In Ajaccio kann man auf den Spuren von Napoléon Bonaparte wandern, denn dieser wurde 1769 hier geboren. Ihm zu Ehren gibt es eine Statue als Denkmal am Place d’Austerlitz (Grotte Napoléon). Wer die Stufen bis nach oben erklimmt, der hat einen wunderbaren Ausblick über Ajaccio und es kostet keinen Eintritt.

Mitten in der Stadt (an der Ecke der Straße Cours Napoléon) befindet sich die hängende Kaiserkrone von Ajaccio. Sie beleuchtet nachts die wichtigste Verkehrsader. 

In Ajaccio kann man richtig gut und regional speisen. Das Essen ist sehr mediterran und zeugt neben der französischen auch sehr viel von der italienischen Küche. Die Einflüsse sind fließend und vermischen sich in den Speisen.

Weil ich einmal pro Woche in Ajaccio war, kam ich häufiger in den Genuss, gemeinsam mit lieben Kollegen in den großartigen Restaurants zu Mittag zu essen. Wir probierten uns durch leckere korsische Weiß- und Roséweine, zitronige Erfrischungsgetränke, Vorspeisenplatten mit getrocknetem Schinken, Butter und Brot und allerhand anderer Köstlichkeiten.

Risotto Saint-Jacques (mit Jakobsmuscheln und Safran) im Restaurant Via Roma.

Frische Dorade mit Salat, Reis und marinierten Auberginen. Und Kalbfleisch-Sauté mit Oliven und Polenta (Sauté de veau aux olives, polenta de maïs). Dazu eine kühle Flasche korsischen Wein (Saparale rosé).

Im Chez Paulo: Tagliatelle mode corse und Pizza mit Oliven und Kapern.

Das Meer hat eine magische Anziehungskraft. Zum Abschluss gab es noch leckeren Frozen Yogurt, der bei den heißen Temperaturen im Sommer richtig wohltuend war. Gekauft bei Yopovo, die für Crew-Mitglieder sogar einen Rabatt spendierten.

Der Anblick der Wäscheleinen erinnert an italienische Hinterhöfe. Urig!

Mitbringsel für die Lieben zuhause: Olivenöl und Konfitüre zum Dippen von Käse und Co. Original korsisch natürlich.

Im Chocolat français de Neuville gab es himmlisch leckere Schokolade zu kaufen. Bei den Temperaturen war es jedoch eine echte Herausforderung, diese heil und ungeschmolzen an Bord zu bringen. Im Supermarkt habe ich mir zudem regelmäßig Orangina gekauft, die ist super erfrischend. Und dazu noch französische Naschis für die kleinen Pausen an Bord.

Zurück an Bord. Auslaufen aus dem Hafen bei Sonnenuntergang. Mit Blick aus dem Bullauge einer Crew-Kabine. À bientôt du grandiose Ile de Beauté!


Wer von euch die Gelegenheit hat, Korsika einen Besuch abzustatten, der sollte nicht zögern. Ihr werdet es nicht bereuen, das kann ich versprechen! ❤

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