Alle Wege führen nach Rom

Alle Wege führen nach Rom

Heute folgt Teil 2 meiner kleinen digitalen Zeitreise zu den schönen Ecken der Welt, die während der noch andauernden Corona-Krise hoffentlich für ein bisschen Abwechslung im Kopf sorgt und vielleicht den einen oder anderen Impuls für zukünftig bevorstehende Reisepläne liefert.

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Es war schon lange mein Traum, einmal nach Rom zu reisen. Rom hat viele Gesichter und vor allem Namen: Die Stadt der alten Römer, die ewige Stadt, die antike Stadt, die Stadt der Liebe … für mich ist sie in erster Linie die Stadt der faszinierendsten Bauwerke, die ich jemals in dieser Fülle gesehen habe. Seine Architektur zeugt von Juwelen der Antike, der Renaissance und des Barock. Und vieles ist im wahrsten Sinne des Wortes steinalt.

Während meiner Zeit an Bord von Kreuzfahrtschiffen bekam ich die Chance, einen Crew-Ausflug nach Rom zu machen. Während das Schiff im Hafen von Civitavecchia lag, nahmen meine Freundin und Kollegin Janine und ich den Bus nach Rom, um sechs wundervolle Stunden in einer der schönsten Städte der Welt zu verbringen.

Rom ist riesig und voller Sehenswürdigkeiten. Da unsere Zeit knapp war, legten wir uns eine kleine Liste unserer persönlichen Highlights an, der wir folgten.

Diese beinhaltete:
► die Spanische Treppe
► den Trevi-Brunnen
► das Pantheon
► das Forum Romanum
► das Kolosseum
► und Pizzaessen

Der Bus kam über die Via Flaminia angefahren und ließ uns direkt am Piazza del Popolo (Platz des Volkes) aussteigen. Und dann hieß es: Los geht’s, die Zeit läuft!

Oberes Bild: das Museo Leonardo da Vinci.
Unteres Bild: Ein schmucker architektonischer Ausschnitt über einem Torbogen abgelichtet. Er befindet sich ebenfalls auf dem Platz des Volkes direkt neben der italienischen Gendarmerie (Arma dei Carabiniei Comando Legione Regione Lazio Roma).

Dieser ägyptische Obelisk Obelisco Flaminio steht inmitten des Piazza del Popolo, ist mit Hieroglyphen verziert und von Löwenstatuen umgeben. Er ist von 1300 v. Chr. und seit 1589 an diesem Platz angebracht. Die eindrucksvolle Statue ist insgesamt 36,5 Meter hoch.

Auch das Stadttor der Aurelianischen Mauer – die Porta del Popolo – ist sehr sehenswert und am Volksplatz angesiedelt. Sie wurde im Jahr 1561 von Nanni di Baccio Bigio entworfen.

In den Straßen von Rom gibt es sehr schick verzierte Wohnungstüren. Für solche Schmuckelemente bin ich sehr empfänglich. Ich berichtete bereits von derartigen Blickfängen aus spanischen Häfen wie z.B. Ferrol oder auch aus dem korsischen Ajaccio. Sollte ich mal ein Haus bauen, wird meine Haustür wohl auch so verspielt.

Auf unserem weiteren Spaziergang durch die Stadt entlang der Piazza della Trinità dei Monti empfing uns das nächste Highlight: die Spanische Treppe. Sie führt von der Kirche Santa Trinità dei Monti zur Piazza di Spagna hinunter. Dort war einst die Spanische Botschaft, was den Namen erklärt.

Oberhalb der Spanischen Treppe. Von dort hat man einen herrlichen Ausblick.

Am Fuße der Spanischen Treppe: Am Brunnen Fontana della Barcaccia plantschten Kinder und überhaupt war die Stadt an diesem heißen Tag im August sehr voll.

Orientierung bot ein kleiner ausgedruckter Stadtplan, ohne den wir uns in der Metropole verlaufen hätten.

Künstlerisches an einer Litfaßsäule entdeckt: Eine Warnung vor den illegalen, schwarzen Taxifahrern in Rom.

Nun waren wir auf der Suche nach Roms berühmtesten Brunnen. Wir schlichen durch die Straßen und um die Häuser und dachten schon, wir seien in einer falschen Richtung abgebogen … wir folgten der Via della Stamperia und plötzlich tauchte er rechter Hand auf: der Trevi-Brunnen (Fontana di Trevi) auf dem Piazza di Trevi. In seiner ganzen Herrlichkeit und viel größer als ich ihn mir je vorgestellt hatte. Sein Antlitz zeugt von spätbarocken und klassizistischen Elementen. Er ist auf der Südseite des Palazzo Poli (auch Palazzo Conti) angebaut und misst ganze 26 Meter Höhe sowie 50 Meter Breite. Im Brunnen rekeln sich hübsche Meerestiere. Zu den verwendeten Materialien zählen Marmor aus der toskanischen Stadt Carrara und Travertin aus Tivoli. Der Platz um den Brunnen weist verschiedene Höhen auf, wodurch man das Schmuckstück aus diversen Blickwinkeln betrachten kann. Wunderschön! Es waren nur viel zu viele Menschen drumherum, hahaha.

Der Münz-Brauch besagt, wer einmal nach Rom zurückkehren möchte, der solle eine Münze in den Trevi-Brunnen werfen. Dazu stellt man sich mit dem Rücken zum Brunnen, schließt dabei die Augen und wirft eine Münze (Währung egal) mit der rechten Hand über die linke Schulter hinein. Auch ich habe das getan, natüüürlich! Und die Tradition geht noch weiter: Wer eine zweite Münze wirft, der verliebt sich angeblich in einen Römer. Und wer eine dritte Münze schmeißt, der wird den Römer sogar heiraten. Eine witzige Sache!

Je nach Saison sollen bis zu 4.000 € pro Tag darin landen. Das Geld gehört der Stadt, die es an die römische Caritas weitergibt.

Auf die Steine des Brunnen darf man sich nicht mehr setzen und auch ins kühle Nass darf keiner mehr. Darauf achtet das Ordnungsamt mit lauten Trillerpfeifen und notfalls auch finanziellen Sanktionen.

Noch mehr hübsche Gebäude, Skulpturen und Treppen entlang unseres Weges.

Auf dem unteren Bild sind die Statuen auf der kleinen Straße Salita di Montecavallo zu sehen. Sie geht in die Via della Dataria über und mündet in den Piazza del Quirinale.

Im Anschluss ging es weiter zur nächsten Station: dem Pantheon auf der Piazza della Rotonda. Das einst antike Bauwerk wurde zur römisch-katholischen Kirche umgeweiht und ist heute unter dem Namen Santa Maria ad Martyres bekannt. Umgangssprachlich nennen es die Leute auch La Rotonda.

Nach einer Weile des Innehaltens, Bestaunens und Fotografierens entdeckte ich in der Nähe schließlich eine italienische Eisdiele namens Ciucculá – Gelateria artigianale. Mit dem Essen musste man sich aber beeilen, denn es war brülleheiß draußen, wie ihr am Eis (Sorte: Vanille) auf dem Bild deutlich erkennen könnt.

Ausschnitt aus der Via della Gatta, die sich zwischen dem Dreieck Pantheon, Trevi-Brunnen und Forum Romanum befindet.

Nach unserer süßen Stärkung führte unser Weg in Richtung Colosseum. Bevor wir jedoch dort ankamen, durchquerten wir noch die Piazza Venezia. Dieser zentrale Platz liegt am Fuße des Kapitols und ist verkehrsreich. Das Gebäude zeigt das Monumento Vittorio Emanuele II. Die Einheimischen nennen es aufgrund seiner klobigen Form liebevoll Macchina da scrivere, was übersetzt „Schreibmaschine“ bedeutet.

Die Bruderschaftskirche Santissimo Nome di Maria al Foro Traiano aus dem 18. Jahrhundert.

Als Nächstes erwarteten uns die beeindruckenden Zeitzeugen des populären Forum Romanums, das den ältesten römischen Marktplatz darstellt (seine Geschichte begann bereits circa 490 v. Chr.). Es war mal DER politische, kulturelle, wirtschaftliche und religiöse Lebensmittelpunkt der Römer. Die Überreste sind in einer Senke zwischen den drei Stadthügeln PalatinKapitol und Esquilin angesiedelt. Die antike Ausgrabungsstätte ist ein Eldorado für Archäologen und Historiker.

Unser letztes architektonischen Highlight war das weltberühmte Kolosseum. Es nur auf mich wirken zu lassen, erfüllte mich mit größter Zufriedenheit. So viel sagenhafte und alte Geschichte. Es stellt das größte Amphitheater dar, das jemals auf der Welt gebaut wurde – errichtet zwischen 72 und 80 n. Chr. – und ich möchte mir gar nicht ausmalen, welch blutige Gladiatorenkämpfe in seinem Inneren einst stattgefunden haben müssen. Heute steht es symbolhaft für die Abschaffung der Todesstrafe weltweit.

Zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages suchten wir uns noch eine Trattoria und gönnten uns jeder eine leckere Pizza mit Tomaten, Rucola und Parmesan. Delizioso!

Auf dem Rückweg zum Bus haben wir noch einen kurzen Stopp im italienischen Supermarkt gemacht. Ich liebe die Kekse von Mulino Bianco, die es in sehr vielen köstlichen Sorten gibt (hier: Crostatina Cacao, Nascondini und Tenerezze Limone). Mittlerweile habe ich sie sogar schon in einigen deutschen Supermärkten entdeckt. Ein Hoch auf die Globalisierung!

Die Trüffel-Pilz-Paste (Tartufata), Olivenöl-Cracker (Tarallini all‘ Olio) sowie das Kräutersalz (Sale al Pesto) hatte ich in einem kleinen Antipasti-Laden unweit des Trevi-Brunnens eingekauft. Das grobe Salz nutze ich heute noch in meiner heimischen Küche – eine schöne Erinnerung an Rom!

Fazit

Rom ist eine der atemberaubendsten Städte, die ich bisher besucht habe. Keine andere Gegend hat so viel geballte, uralte Geschichte und noch dazu märchenhafte Architektur zu bieten.

Im Sommer solltet ihr euch auf heiße Temperaturen einstellen. Sonnenschutz ist also Pflicht. Und auch mit den Menschenmassen solltet ihr keine Probleme haben, denn die gibt es dort zuhauf und überall.

Leider sind sechs Stunden sehr wenig für eine Stadt wie Rom. Mein Plan ist es, unbedingt noch einmal dorthin zurückzukehren und mehr Zeit mitzubringen. Aber dank meiner Cent-Münze im Trevi-Brunnen ist meine Rückkehr ja quasi schon gesichert … ♡♡♡

Ein Gedanke zu „Alle Wege führen nach Rom

  1. Ich hatte damals einen Ausflug (ich glaub 8 Stunden aber inkl. Fahrt) über Civitatours gebucht – sehr empfehlenswert! Haben auch fast alles gesehen, sogar den Petersdom (auch von innen). Nur das Kolloseum hätte ich gern noch ausgiebiger und von drinnen gesehen!

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