Livorno: Unter der Sonne der Toskana

Livorno: Unter der Sonne der Toskana

Heute geht meine kleine, digitale Zeitreise weiter. Um der aktuellen Corona-Krise zu trotzen und interessierten Lesern ein bisschen Lust auf zukünftiges Reisen zu machen, teile ich an dieser Stelle wieder ein paar meiner vergangenen Erlebnisse. Durch meine aufregende Arbeit auf den Kreuzfahrtschiffen von AIDA Cruises bekam ich die Chance, viele Städte und Länder auf unserem Erdball zu besuchen. Teil 3 meiner Serie zeigt ein paar Schnappschüsse und schildert kleine Abenteuer aus der toskanischen Hafenstadt Livorno, die ich mit AIDAperla einen Sommer lang angesteuert habe. Sie ist der drittgrößte Seehafen Italiens und liegt an der Küste des Tyrrhenischen Meeres.

Das Schiff lag einmal pro Woche von 9 bis 20 Uhr im Industriehafen von Livorno, genauer gesagt am Liegeplatz Alto Fondale.

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Das mediterrane Leben zieht viele Besucher magisch an. Sonnensatte, lange Tage. Sehr warme Temperaturen. Strände. Cafés. Bars. Restaurants voller einheimischer Spezialitäten. Wochenmärkte mit frischen Waren, knalligen Farben und aufgeregten Südländern. Alte und historische Gebäude. Museen. Kulturveranstaltungen und Feste. All das und noch viel mehr verspricht das süße Leben und mediterrane Ambiente. Kaum ein Kreuzfahrtgast lässt sich das entgehen. Umso besser. Denn ein fast leeres Schiff macht es der Crew leicht, selbst auch einmal den Fuß an Land zu setzen und unbekümmert für ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen.

Ich habe es auch ein paar mal an Land geschafft, was mich sehr froh gemacht hat. Da man das Hafengelände aus Sicherheitsgründen nicht zu Fuß betreten darf, brachte mich ein Shuttlebus vom Hafen binnen weniger Minuten direkt ins Stadtzentrum, auf den Piazza del Municipio. Von dort begann mein Spaziergang. Meine ersten Schritte führten mich nach knapp zwei Gehminuten an der Industrie- und Handelskammer von Livorno vorbei …

… wenig später erreichte ich den italienischen Wochenmarkt. Dort gab es viel frisches Obst und Gemüse. Schade nur, dass man solche Genüsse nicht mit an Bord eines Kreuzfahrtschiffes nehmen darf. Frische, offene Lebensmittel sind nämlich verboten. Nur industriell verpackte Waren dürfen ins Gepäck. Dann blieb also nur, die Köstlichkeiten direkt beim Landgang zu vernaschen.

Pralle Tomaten, Pflaumen, Nektarinen, Aprikosen, Weintrauben, Melonen, Salatköpfe, Bohnen und vieles mehr.

Der Meer-Monster-Brunnen (Fontana dei Mostri Marini – Fontane del Tacca) auf dem Piazza Colonnella. Eine hübsche Wasserspielerei.

Die Sommertage sind sehr warm in Livorno mit durchschnittlich 24 °C. Am besten ist ein gemütliches Plätzchen im kühleren Häuserschatten, um einem Sonnenbrand zu entkommen. Heißt also: Zeit für einen Espresso in der Barsole in der Via Grande ...

… mit Blick auf die Cattedrale di San Francesco (Duomo di Livorno). Herrlich!

Ein tolles Fotomotiv mit der exotischen Palme daneben. Den bläulich-lila-farbenen Anstrich des Doms finde ich besonders schick.

Im Anschluss machte ich mich auf den Weg zum Mercato Centrale (auch Mercato delle vettovaglie) in der Via Buontalenti. Bis dahin sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. In der großen Markthalle, die auch einen Fischmarkt enthält, gab es viele toskanische Leckereien, wie z.B. Fleisch, Käse, Pasta, Süßgebäck, Gewürze, Getreide, frisches Obst und Gemüse.

Das Gebäude ist sowohl von außen als auch von innen sehenswert und wurde im Jahr 1894 errichtet. Das Innere wurde teilweise renoviert. Wer gerne kocht oder frisch isst, der sollte unbedingt hineingehen und sich ein paar der Köstlichkeiten mitnehmen. Allein für’s Auge oder auch zum Fotografieren lohnt sich ein Besuch.

Unweit des Marktes befindet sich der große Kanal Fosso Reale, in dem zahlreiche Boote festgemacht sind und der von ein paar Brücken überspannt ist. Umgeben ist der Kanal von Mauern aus dem 16. Jahrhundert. Es sieht fast ein bisschen romantisch aus.

Schöne Werbemalereien an den Innenwänden der Markthalle.

Frischer Fisch soweit das Auge reicht. Und noch mehr.

Eine runde Sache. Ich esse Käse für mein Leben gern. Hier gab es die Hartkäse-Sorten Reggiano und Padano in ganzen Laibern zu stolzen Preisen. Was die Security-Kollegen an Bord wohl dazu gesagt hätten, wenn ich mit so einem Laib angerollt wäre?

Auf einer Schiefertafel in der Markthalle entdeckt und für gut befunden:

Il vino migliora con il tempo … Io miglioro con il vino!

Auf Deutsch übersetzt bedeutet der Sinnspruch: „Der Wein wird besser mit der Zeit … Ich werde besser mit Wein!“ Typisch italienischer Humor 🍷

Im Bild darunter ist Basilikum-Pesto mit Pecorino zu sehen. Zum Dahinschmelzen!

Noch mehr gute Sachen: getrocknete Tomaten, Pistazien, Erdnüsse, Reis in allen Variationen und jede Menge Süßgebäck wie z.B. gefüllte CannoliOcchini oder Cantuccini.

Falls ihr das Mandelgebäck Cantuccino zuhause nachbacken wollt, kann ich euch mein Rezept empfehlen. Es geht schnell, simpel und schmeckt hausgemacht doppelt so gut wie gekauft.

Hereinspaziert. Frische Pasta aus der Nudelfabrik und Rotwein.

Fleisch, Fisch und eine ganze Menge Getreide und Bohnen in Jutesäcken.

Unweit des Mercato Centrale liegt die neugotische Kirche Chiesa degli Olandesi, die auch als Holländische Kirche bekannt ist. Sie diente einst als protestantisches Gotteshaus für deutsche, niederländische und französische Gläubige aus dem Ausland.

Ich finde Kirchen unheimlich spannend und gehe so ziemlich in jede rein, die mir auf meinen Wegen begegnet und die einladend wirkt. Da diese hier leider einsturzgefährdet ist, konnte ich sie nicht betreten.

Die beeindruckendste Kirche, die ich bisher jemals auf meinen Reisen gesehen habe, ist die Blaue Moschee in Istanbul.

Direkt vor der Kirche in Livorno befindet sich der große Kanal Fosso Reale.

Vom Zentralmarkt habe ich mir zwei Päckchen Pasta für zuhause mitgenommen. Mein dazugehöriges Spaghetti-al-Peperoncino-Rezept hatte ich bereits kürzlich gebloggt.

Kleine Mitbringsel. Köstliches Süßgeback aus der Markthalle für unterwegs. Die bunten Halstücher hatte ich auf dem Wochenmarkt ergattert und zwei davon an meine Liebsten zuhause verschenkt.

Ein italienisches Theater-Plakat. Hat fast etwas von Street-Art.

Zum Abschluss etwas Süßes: Bei einem späteren Besuch in Livorno war ich mit einem Kollegen im Café … und es gab ein leckeres Erdbeer-Küchlein mit viel zu viel Schlagsahne. Aber lecker war es trotzdem!

Kleiner Geheimtipp: Hin und wieder konnte man in den früheren Morgenstunden in den Straßen von Livorno einen Flohmarkt finden, auf dem es Trödel und vergessene Schätze gab. Dort habe ich mir ein kleines italienisches Kinderbuch gekauft.

Fazit
Meine Besuche in Livorno waren meist kurz, aber haben mir dennoch viel Spaß gemacht. Besonders der Mercato Centrale mit all seinen lukullischen Genüssen war mein Highlight. Ich weiß frische, saisonale und regionale Lebensmittel sehr zu schätzen und kaufe auch zuhause in Deutschland hauptsächlich solche.

Das Stadtbild ist sehr vom Baustil der Renaissance geprägt. Neben vielen historischen Gebäuden und alten Kirchen findet man im Zentrum sämtliche Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants, Cafés und Bars. Die Drogerie war für mich goldwert, weil nach langer Zeit an Bord allmählich Zahnpasta & Co. ausgingen.

Tipp: Livorno ist auch ein super Startpunkt für Ausflüge nach Florenz, Pisa, Siena oder Lucca … für Besucher, die etwas mehr Zeit haben als ich sie hatte.

Ein Gedanke zu „Livorno: Unter der Sonne der Toskana

  1. Livorno war auf unserer Route nicht dabei, sieht aber auch wirklich schön aus!
    Der Wein-Spruch gefällt mir 😉
    Meine Eltern waren damals in Pisa (auf ihrer allerersten Tour ohne mich)

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